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Erklärung der fleischlichen Werken nach
„Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung; Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsucht, Zwistigkeiten, Parteiungen; Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.“ 1. Unzucht Unzucht (o. Hurerei) wird im Sinne von Unzucht (o. Hurerei) treiben gemeint. Wenn der Ehebruch nicht ausdrücklich genannt wird, schließt Unzucht doch den Ehebruch ein und meint jeglichen außerheiligen Geschlechtsverkehr.
Matthäus 5,32: „Ich aber sage euch: Wer irgend seine Frau entlassen wird, außer auf Grund von Hurerei, macht, dass sie Ehebruch begeht; und wer irgend eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.“
2. Unreinheit Unreinheit (o. moralische Unsauberkeit) meint eine jede Art von sexuellem Fehlverhalten (z.B. Selbstbefriedigung), die sich von Hurerei unterscheidet. Unter Unreinheit wird auch jede unnatürlich Unzucht mit jemand anderem gemeint (homosexuell usw.)
Epheser 4,19: „welche, da sie alle Empfindung verloren, sich selbst der Ausschweifung hingegeben haben, alle Unreinigkeit mit Gier auszuüben.“ 3. Ausschweifung Ausschweifung (o. Zügellosigkeit) bezeichnet einen, der keine Zügel anerkennt. Er tut das, was immer seine wechselhafte und unkontrollierbare Verdorbenheit befiehlt. Ein Mensch, der zu jedem Vergnügen bereit ist.
2 Petrus 2,18: „Denn stolze, nichtige Reden führend, locken sie mit fleischlichen Lüsten durch Ausschweifungen diejenigen an, welche eben entflohen sind denen, die im Irrtum wandeln.“
4. Götzendienst Götzendienst bezeichnet einen Menschen, der falsche Götter, seien es materielle oder geistige Dinge, anbetet. Eine bestimmte Sache zu verehren (z.B. Auto, Arbeit usw.) und dieser den 1. Platz im Leben zu geben, fällt auch unter die Kategorie Götzendienst.
1 Korinther 10,14: „Darum, meine Geliebten, flieht vor dem Götzendienst!“
5. Zauberei (pharmakeia) Das Wort Zauberei (o. Magie) beschreibt nicht einen harmlosen Trickkünstler, sondern Personen, die Leib, Seele und Geist buchstäblich verzaubern. Das Wort Zauberer selbst erscheint nur in Offb 21,8 und 22,15. Schon aus dem Zusammenhang des Wortes, welches zwischen Hurern und Götzendiener steht, also Ausdrücken größter moralischer und größter religiöser Verkommenheit, ergibt sich, dass wir es hier mit schwerster Verführung zu tun haben.
Offenbarung 22,15: „Draussen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.“
6. Feindschaften (echthra) Die Feindschaft auf der Erde hat ihren Ursprung im Sündenfall. Das Wort Feindschaft (o. Gegnerschaft) meint in erster Linie in der Bibel immer die Feindschaft gegen Gott, der auf menschlicher Ebene der Hass gegen das Gottesvolk und die Gläubigen entspricht.
Römer 8,7: weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft ist gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht.
Matthäus 10,22: Und ihr werdet von allen gehaßt werden um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, dieser wird errettet werden.
7. Hader (eris) Hader (o. Streit, Zank, Gerangel, Uneinigkeit) kennzeichnet den Menschen so wie er geboren wird. An allen stellen in der Bibel wo Hader (o. …) erwähnt ist, wird dieses in der Gemeinde, untereinander verboten. Meinungsunterschiede sollen mit Gottes Hilfe in der Liebe besprochen werden und nicht zum Hader führen.
1 Timotheus 6,4: …so ist er aufgeblasen und weiß nichts, sondern ist krank an Streitfragen und Wortgezänken, aus welchen entsteht Neid, Hader, Lästerungen, böse Verdächtigungen….
8. Eifersucht (zelos) Eifersucht (o. Neid) bezeichnet das Verlangen eines Menschen, gegen das Gute zu kämpfen, das ein anderer hat. Die Eifersucht will dieses Gute beeinträchtigen und es vermindern.
Jakobus 3,16: Denn wo Eifersucht und Streitsucht ist, da ist Unordnung und jede böse Tat.
9. Zornausbrüche (thymos) Zornausbrüche (von Zorn, Wut) bedeutet „sich gewaltig bewegen“ wie z.B. Luft oder Wind. Es bezeichnet eine heftige Gemütswallung des Menschen welche sehr leidenschaftlich und kurz ist.
Apostelgeschichte 19,28: Als sie aber das hörten und voll Wut wurden, schrieen sie und sagten: Groß ist die Artemis der Epheser! 10. Selbstsucht (eritheia) Selbstsucht (o. Ehrgeiz) bedeutet die Neigung zur Bestechlichkeit oder Korruption, die Selbstsüchtigkeit, Eigennützigkeit. In solcher Verfassung kann jemand leicht bestochen werden. Dieser Zustand kann auch leicht in Streitsucht ausarten.
Philipper 2,3: Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. 11. Zwistigkeiten (dichostasia) Zwistigkeit (o. Spaltung) kommt von getrennt oder Trennung. Ein solcher Aufruhr bezieht sich immer auf innere Angelegenheiten.
Römer 16,17: Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr acht habt auf die, welche Zwiespalt und Ärgernis anrichten, entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und wendet euch von ihnen ab.
12. Parteiungen (hairesis)
Parteiung bezeichnet eine bestimmte Form der religiösen Verehrung, eine Schule oder Lehrmeinung. Im Unterschied zur Spaltung besteht diese Trennung nur theoretisch. Jemand kann eine andere Ansicht vertreten als die Mehrheit und doch bei ihr verbleiben.
1 Korinther 1,10: Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, kraft des Namens unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig seid und keine Spaltungen unter euch zulasst, sondern zusammenhaltet in derselben Gesinnung und in derselben Überzeugung. 13. Neiderei (phthonos)
Neid (o. Missgunst, Eifersucht) bezeichnet den Stich oder den Hass, der tief im inneren beim Anblick von Überlegenheit oder Glück gefühlt wird und der dies dem anderen nicht gönnt. Dieser Zustand geht immer in die negative Richtung.
Matthäus 27,17-18: Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Wen wollt ihr, dass ich euch los geben soll, Barabbas oder Jesus, welcher Christus genannt wird? Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überliefert hatten.
14. Trinkgelage (methe)
Trinkgelage (o. Rausch, Trunkenheit) wird im allgemeinen Sinn gemeint und wird in der Bibel unter anderem als das Einnehmen von alkoholischen Getränken angewendet.
Lukas 21,34: Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen, und jener Tag plötzlich über euch hereinbreche; 15. Völlereien (komos)
Ursprünglich war diese Sünde ein Festzug zu Ehren des Gottes Dionysos, zu dessen Kennzeichen Völlerei, Trunkenheit und sexuelle Ausschweifungen gehörten. Eine geistige Oberflächlichkeit führt immer zur Völlerei. Diese raubt die Klarheit und Nüchternheit des Geistes, mit welcher die Zukunft des Herrn erwarten werden muss.
Lukas 21,34: Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen, und jener Tag plötzlich über euch hereinbreche; Erstellt von: Peter Wall Arbeitsbücher zur Ausarbeitung: Wuppertaler Studienbibel, Elberfelder-Bibel mit gr. Sprachschlüssel, Biblelexikon |
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