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Woher kommt der Mensch und wohin geht er
Dieses Thema betrifft jeden einzelnen Menschen. Vage Vermutungen, wilde Spekulationen und wahnsinnige Phantasien gibt es heute zu diesem Thema mehr als genug. Und jeden Tag werden es mehr. Es ist deshalb mehr als gerechtfertigt, das die Mehrheit der Bevölkerung der Diskussion um dieses Thema mit Skepsis begegnet. Viele gehen sogar noch weiter: die Frage selbst erscheint ihnen nicht ernsthaft, und derjenige, der sie stellt, ist folglich auch keine ernstzunehmende Person. Einer weit verbreiteten Geisteshaltung zufolge gibt es einfach keine Antwort auf diese Frage.
Nur, die Tatsache, daß es auf die Frage keine Antwort gibt, besagt noch nichts über die Frage selbst und der Entschluß, wegen einer vorläufig fehlenden Antwort die Bedeutung der Frage herabzusetzen, ist ganz sicher nicht vernünftig zu nennen. Diese Frage ist entscheidend über das Schicksal jedes einzelnen, mit ihr sind lebenswichtige Entscheidungen verbunden. Die Antwort auf diese Frage ist letztendlich nichts anderes als eine Entscheidung, und jede Entscheidung bringt Verantwortung mit sich.
Was ist es, das manche Menschen daran hindert, die Antwort auf die Frage nach ihrem Schicksal mit aller Energie zu suchen? Der Schwierigkeitsgrad dieser Frage oder die Verantwortung, die sie damit auf sich nehmen würden? Wahrscheinlich trifft beides zu.
Trotz all dieser Überlegungen und trotz aller Skepsis hat diese Frage mehr als alle anderen einen Aspekt, dem man sich nicht entziehen kann: ganz gleich wie man auf diese Frage reagiert, die Reaktion wird immer eine Entscheidung sein. Ganz unabhängig von seiner Herkunft, seinen intellektuellen Fähigkeiten oder seiner sozialen Stellung, hat jeder Mensch einen Entscheidungszwang, ob er sich dessen bewußt ist oder nicht. Allein die Entscheidung, eine Entscheidung nicht zu treffen ist schon eine Entscheidung, und der Eindruck, man habe sich mit dem Ausweichen vor einer Entscheidung auch von der damit zusammenhängenden Verantwortung befreit, ist nur eine Illusion. Es ist eine Wahrheit, die leider sehr oft verdrängt wird in unserer Gesellschaft: die Weigerung, sich zu entscheiden, führt auch eine Verantwortung mit sich.
Einer gewissen Verantwortung kann man nicht dadurch entfliehen, daß man sich einfach weigert, Entscheidungen zu treffen. Mißachtet man diese Gegebenheiten und nimmt seine Verantwortung nicht wahr, so handelt man verantwortungslos. Wenn ich selbst keine Entscheidungen treffe, so kann es passieren, daß irgendwann eine andere Person für mich entscheidet. Und für die Entscheidungen dieser Person werde ich die Verantwortung tragen.
Wenn die Menschheit die Frage nach ihrem Schicksal nicht selbst beantwortet, so tut dies vielleicht jemand anders für sie. Und wer weiß, ob seine Antwort zugunsten der Menschheit ausfallen wird. Niemand hat dann eine Entschuldigung. Ja, streng genommen kann niemand sagen, „für die Entscheidung eines Anderen trage ich keine Verantwortung“.
Jean B. |
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