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  Voreiliges Urteilen

 

Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Denn es steht geschrieben:

So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.

So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.

(Römer 14,9-12)

 

Wie können wir über andere richten? Wir sind dazu doch gar nicht qualifiziert. Uns fehlen die nötigen Kenntnisse. Wie oft haben wir voreilig geurteilt und dann später eingesehen, dass wir im Irrtum waren.

 

Wir haben nicht das Recht zu richten, denn:

  • uns fehlt eine umfassende Kenntnis der Situation
  • wir kennen die Beweggründe nicht
  • wir können nicht über das Hier und Jetzt hinaussehen
  • wir haben alle unsere Fehler und Flecken

 

 



Es gibt ganz sicher Menschen,

deren Meinung du nicht teilen kannst. Und das ist völlig in Ordnung. Das gibt uns aber nicht das Recht sie nicht mit Anstand und Respekt zu behandeln. Es gibt uns auch nicht das Recht sie und ihre Meinung nicht zu akzeptieren. Auch deiner Meinung werden sich nicht immer alle Menschen anschließen und du kannst nichts dagegen einwenden.

Oft schränken wir unsere Bereitschaft zur Nächstenliebe ein, indem wir Bedingungen daran knüpfen: „Wenn du dies tust (oder lässt), dann akzeptiere ich dich.“ Paulus fängt mit der gegenseitigen Annahme an. Anders gesagt: „Wir wollen uns gegenseitig die Freiheit zugestehen, anderer Meinung zu sein – und einander trotz der unterschiedlichen Meinung zu akzeptieren.“

Was heißt akzeptieren? Akzeptieren heißt, du darfst sein wie du bist. Es erlaubt dir dein wahres Ich zu zeigen. Du musst dich nicht dem Bild anpassen, das andere von dir machen. Akzeptiertsein heißt, die Ideen die du geäußert hast werden angenommen und nicht gleich negativ beurteilt. Du fühlst dich geborgen. Der Gesprächspartner verurteilt dich nicht sofort, selbst wenn er nicht ganz deiner Meinung ist. Das ganze bedeutet aber nicht, dass du nie auf deine Fehler hingewiesen werden darfst, sondern schlicht, dass du einfach Du sein kannst.

 

 



Was passiert in unserem Bekannten- oder Freundeskreis,

wenn wir auf Meinungsverschiedenheiten stoßen, was die interessanten Themen von heute betrifft? Wie zum Beispiel: Kino- oder Theaterbesuche, Beziehungen, Make-up, Kartenspielen, Fernsehen, am Strand baden gehen, in Restaurants essen gehen, Wein trinken, bestimmte Kleidung, Kopftücher, Krawatten, Schmuck, Musik, Tanzen, der Besitz von wertvollen Gegenständen, bestimmte Frisuren, ...

Für viele Christen sind einige oder alle diese Themen tabu, für andere gehören sie zum normalen Alltag.

 

Nichts, was nicht ausdrücklich in der Bibel für schlecht oder böse erklärt wird, ist schlecht oder böse an sich, sondern eher eine Sache des persönlichen Empfindens oder oftmals kulturbedingt.

Deswegen dürfen wir unsere Mitmenschen nicht richten, wenn sie etwas tun was in unseren Augen falsch ist. Wir wissen nicht wie ein anderer darüber denkt, oder was seine Beweggründe sind. Selbst wenn es falsch ist, ist es nicht unsere Aufgabe zu richten. Ich finde jeder einzelne sollte immer versuchen zu vermeiden über andere zu urteilen. Wir sind dazu nicht befähigt. Gott allein kann und soll uns beurteilen!

 

Alice Eberhardt


 




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