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Wir haben doch keine Zeit?!

 

oder: die Frage was dein Leben mit TV Total gemeinsam hat

 

Stefan Raab hat jeden Tag dasselbe Problem, nie hat er Zeit. Nur, warum hat er keine Zeit? Ganz einfach, zuviel Programm auf zu wenige Sendeminuten verteilt! Was ich dabei vor allem nicht verstehe, ist, dass es doch kein Problem wäre, von dem ganzen Müll, den er zeigt, das schlechteste einfach weg zu lassen. Er würde damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, zum einen hätte er eben mehr Zeit, zum andern würde es sich dann vielleicht lohnen, die Sendung auch zu sehen.

 

Wer hat dieses Problem mit der Zeit denn eigentlich nicht? Hat doch jeder! Wir haben keine Zeit! Wir müssen schlafen, müssen essen, müssen arbeiten, müssen uns mit Freunden treffen, müssen einkaufen, müssen Fußball spielen, müssen zur Kirche, usw... Wir haben definitiv keine Zeit!

 

Du bist Christ? Ich auch! Uns geht es doch genauso, oder? Wir leben in derselben Welt wie alle anderen Menschen auch, wir haben dieselben Probleme, dieselben Sorgen, und wenn uns die Zeit ausgeht, dann müssen wir genauso Streichungen in unserem Terminkalender vornehmen.

Wie ich das am geschicktesten anpacke? Das ist eine gute und wichtige Frage und ich würde gerne ein bisschen weiter ausholen, um sie zu beantworten.

 

Ich bin Mitarbeiter in einer Jungschar in meiner Kirchengemeinde.

Um was geht es dort? Ein zentraler Punkt ist, dass ich den Kindern von der Liebe Gottes erzähle. Von der Liebe, die ihn zu uns auf die Erde kommen ließ. Von der Liebe, die ihn veranlasste, für die Sünde jedes einzelnen Menschen am Kreuz zu sterben, um den Weg eines jeden einzelnen zurück zu ihm wieder frei zu machen. Von der Liebe, die den Tod überwunden hat und uns Hoffnung macht auf ein ewiges Leben in seiner Gegenwart. Ich glaube daran und ich habe mich ihm anvertraut und ihm mein Leben übergeben. Dazu lädt Gott ein und dazu möchte auch ich einladen. Darum geht es mir in der Jungschar. Nur in der Jungschar? Nein, nicht nur dort, denn Christsein kann sich nicht nur auf einen Teilbereich meines Lebens beziehen!



Was heißt es denn eigentlich, sein Leben Gott zu übergeben? Was umfasst denn eigentlich mein Leben? Einfache Frage, einfache Antwort: Alles! Alles, was ich erlebe gehört zu meinem Leben. Wenn ich also mein Leben Gott übergebe, dann übergebe ich ihm alles! Ohne Ausnahme, sonst wäre es nur ein Teil meines Lebens! Gott soll der Herr über mein ganzes Leben sein, das ist der Sinn dieser Übergabe. Warum soll er das? Nun, er hat mich erschaffen, er kennt mich am besten und somit ist er mit Sicherheit ein besserer Herr über mein Leben als ich selbst es bin! Das muss ich glauben, sonst macht die Übergabe keinen Sinn! Welche Konsequenz hat nun eine solche Lebensübergabe? Da er am besten weiß, was gut für mich ist, kann die einzig sinnvolle Konsequenz daraus sein, dass ich genau danach auch frage. Nun ist es so, dass Gott in den seltensten Fällen Zettel vom Himmel fallen lässt, auf denen er mir konkrete Anweisungen gibt, was das ganze zugegebenermaßen manchmal sehr schwer macht. Aber weil das so ist, bleibt mir nichts anderes, als die Quellen zu nutzen, die mir bereits gegeben sind. Das heißt, in der Bibel zu lesen, zu beten, mit Freunden darüber zu reden und damit verbunden, zu fragen: Gott, was willst du von mir?

 

Ich stecke nun schon mitten in der Beantwortung der Ausgangsfrage, wie ich als Christ mit meiner Zeit sinnvoll umgehe. Wenn ich Gott mein Leben übergeben habe, dann kann es nicht sein, dass er in Zeitnot der erste ist, der aus dem Terminkalender gestrichen wird, sondern ganz im Gegenteil, er ist der erste, der mich bei meiner Planung beraten muss und kann gar nicht aus dem Kalender gestrichen werden. Wenn ich Gott mein Leben übergeben habe, dann kann es unmöglich sein, dass ich zu ihm sage: “Sorry, heute keine Zeit”. Und wie bei Stefan Raab verstehe ich hier am wenigsten die Tatsache, dass es in unserem Leben soviel Müll gibt, den man problemlos entsorgen könnte, aber die wenigsten daraus Konsequenzen ziehen und das, obwohl man damit ebenfalls zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte, denn zum einen hätte man nämlich mehr Zeit und zum anderen würde unser Leben lebenswerter.

 

Wenn ich Gott mein Leben übergeben habe, dann muss ich mir doch zuallererst die Zeit nehmen, um diese Beziehung zu pflegen, dann muss ich mir die Zeit nehmen, um ihn näher kennen zu lernen, denn er weiß doch auch, was gut für mich ist. Es ist nicht so, dass ich Gott mein Leben übergebe und damit alles weiß, was ich wissen muss, es ist nicht mehr als der Anfang einer Beziehung. Habe ich Gott mein Leben übergeben und will ich, dass sein Wille im Vordergrund steht, dann muss ich auch bereit sein, mich von ihm hinterfragen zu lassen, dann muss ich bereit sein, mein Leben täglich neu auf den Prüfstand zu stellen und dafür muss ich mir Zeit nehmen. Und auf dieser Basis ist es dann möglich, meine Zeit sinnvoll einzuteilen und mein Leben wertvoll zu gestalten, ohne ständig glauben zu müssen, ich hätte keine Zeit. Wie sieht meine Beziehung zu Gott aus? Das muss ich mich immer wieder fragen und manchmal auch fragen lassen!

 

Wie sieht deine Beziehung zu Gott aus? Denk mal darüber nach!

Wenn du keine Zeit hast, dann nimm sie dir! Ich glaube, es ist genügend davon da und wir müssen nur lernen, sinnvoll damit umzugehen. Gott möchte uns dabei helfen, unser Leben lebenswerter zu machen und was gibt es dagegen schon einzuwenden.

 

Andi Mast
andima.de


 




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