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80 Jahre

 

Es war nicht unsere Entscheidung, so wie jeder mag,

geboren zu werden und zu wählen den ersten Tag.

Zu einer uns bestimmten Zeit begann unser Leben.

Die Zeit ist uns wie ein tiefes Geheimnis gegeben.

 

Wußten wir, was uns die Zukunft wird bringen,

ob Wünsche, Pläne und Träume könnten gelingen?

Wir hatten Zeit im Leben, viele Wege standen uns offen.

Hatten Zeit zu lieben, Zeit zu glauben, Zeit zu hoffen.

 

Jedes Geschehen hatte seine Stunde - eid und Glück.

Was machten wir mit unserer Zeit? Nie kehrt sie zurück!

Waren wir zum Handeln und Erdulden immer bereit?

Enten wir Schweigen und Reden zur rechten Zeit?

 

Strebten wir nach Wissen, Anerkennung und acht?

Oder haben wir den Wert der Weisheit mehr bedacht?

Bedenken wir diese Fragen, sie sind der Mühe wert,

denn kostbar sind die Tage, die uns noch beschert.

 

80 Jahre sind eine lange Zeit, das ist wahr.

Doch jung ist ein beginnendes Lebensjahr.

Neu sind Stunden und Tage, die kommen und gehen.

Den Sinn der Zeit - lasst ihn uns gut verstehen.

 

Sinnvoll ist, wenn Weisheit und Liebe das Alter krönt.

Und glücklich ist, der weiß, dass er mit Gott versöhnt.

Noch hält die Lebenszeit viele Wege für uns offen:

Wir haben Zeit zu lieben, zu glauben, zu hoffen.

 

 

(Gedicht :Unsere Lebenszeit - Gedanken zum 80. Geburtstag

, Autor: Ursula Wulf, 2005)

 

 

Geburtstagsgedicht

 

Mit 10, da ist man noch ein Kind,

mit 20 meist vor Liebe blind.

Mit 30 läuft man wie geschmiert,

mit 40 wird schon repariert.

 

Man blickt zurück und sieht vielleicht

mit etwas Stolz, was man erreicht.

Geschafft, geschunden und geplagt,

gelebt, gefeiert und getagt,

gegessen, geschlafen und geliebt,

geärgert, gelernt und Neues geübt.

 

Das 5. Jahrzehnt ist gestartet,

egal, ob ersehnt oder erwartet.

Verflogen sind die 40 Jahre,

manchem ergrauen, manchem fehlen die Haare.

 

Scheitelpunkt des Lebens, auf der Höhe der Kraft,

oder braucht die Birne schon hier neuen Saft?

Wo kommen wir her und wo gehen wir hin?

Ist alles belanglos oder gibt´s einen Sinn?

 

40 Jahre gelebt - was hat´s gebracht?

Besiegt das Licht tatsächlich die Nacht?

Hat Gott das erreicht, was er für uns gedacht,

oder haben wir ihm nur Schwierigkeiten gemacht?

 

Wer denkt, der dankt. Wer dankt, der denkt.

Ist da nicht einer, der unser Leben lenkt?

Der diese Welt und uns schuf; hat alles in der Hand.

Unser Weg und das Ziel, sie sind ihm bekannt.

 

Er geht mit uns weiter, er bringt uns an´s Ziel.

Er hat für jeden einen ganz persönlichen Stil.

Und stellt uns dennoch zusammen, um einander zu stützen,

die Gaben zu teilen und dem anderen zu nützen.

 

Ob nun Mitte des Lebens oder auf dem absteigenden Ast,

ob mit vierzig gescheit oder vielleicht auch nur fast.

Mit Gott geht nur weiter, er schenkt uns so viel;

durch Jesus zum Vater, das ist das Ziel.

 

Ich wünsche uns allen den richtigen Blick

für die wesentlichen Dinge, für das alltägliche Glück;

für die vielen Geschenke, die der Schöpfer uns gibt.

Dann werden wir merken, wie sehr er uns liebt!

 

 

(Gedicht, Autor: Joachim Krebs, 2005)

 

 

100 Jahre

 

 

Das große Glück, noch klein zu sein,

sieht mancher Mensch als Kind nicht ein

und möchte, dass er ungefähr

so 16 oder 17 wär'.

 

Doch schon mit 18 denkt er: "Halt!

Wer über 20 ist, ist alt."

Warum? Die 20 sind vergnüglich -

auch sind die 30 noch vorzüglich.

 

Zwar in den 40 - welche Wende -

da gilt die 50 fast als Ende.

Doch in den 50, peu à peu,

schraubt man das Ende in die Höh'!

 

Die 60 scheinen noch passabel

und erst die 70 miserabel.

Mit 70 aber hofft man still:

"Ich schaff' die 80, so Gott will."

 

Wer dann die 80 biblisch überlebt,

zielsicher auf die 90 strebt.

Dort angelangt, sucht er geschwind

nach Freunden, die noch älter sind.

 

Doch hat die Mitte 90 man erreicht

- die Jahre, wo einen nichts mehr wundert -,

denkt man mitunter: "Na - vielleicht

schaffst du mit Gottes Hilfe auch die 100!"

 

 

(Autor, Petra Winzer, 2003)

 


 




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